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Christopher Street Day 2006
Erneut viele Grußworte Prominenter
Unter den Grußwort-Schreiberinnen und -Schreibern sind unter anderem Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster (CDU), die baden-württembergische Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz (CDU) sowie Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU). Nicht fehlen darf natürlich der Gruß der diesjährigen Schirmherrin Dr. Prof. Herta Däubler-Gmelin (SPD). Die Bundesjustizministerin a.D. bringt so manche Problematik in ihrem Grußwort auf den Punkt: "Der CSD ist ja längst zu einer Tradition geworden, auch in Stuttgart - und das ist gut so. Man sollte es ja nicht glauben, aber es gibt auch bei uns immer noch Leute, die sich darüber aufregen. Schon das zeigt, wie wichtig er ist". Die SPD-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Tübingen-Hechingen führt weiter aus: "Und er ist wichtig, weil manche Men-schen mit heterosexueller Orientierung immer noch meinen, die ihre sei 'normal', aber eine andere nicht. Sie haben jetzt die Mög-ichkeit, selbst zu erleben, dass ihre Meinung ein Vorurteil ist, sie können begreifen, dass die alte Auffassung von 'Wir' und 'Ihr' end-lich auf den Müll des überlebten Denkens gehört." Dieser eindeutigen Einladungen werden im August zigtausende Besucherinnen und Besucher folgen und auf dem CSD in Stuttgart für eine offenere Gesellschaft mit gleichen Rechten und Pflichten für alle einstehen.
Der Stuttgarter Oberbürgermeister, Dr. Wolfgang Schuster (CDU), vergleicht in seinen Grüßen den CSD gar mit Karneval, Weindorf oder Volksfest - doch erkennt er schnell, "die Wurzeln sind anders: Alljährlich erinnert der Christopher Street Day an jenen 27. Juni 1969, an dem die New Yorker Polizei die Besucher des `Stonewall Inn´, eines Clubs von Schwulen und Lesben, auf die Straße trieb." Mittlerweile erkennt man in den Worten des Oberbürgermeisters fast schon ein wenig Stolz, in dem er die enorme ehrenamtliche Arbeit rund um den CSD Stuttgart lobt: „Nur dadurch ist es möglich, dass dieses Event in Stuttgart bereits zum 7. Mal statt-findet und so beständig an Resonanz gewann, dass die Initiatoren den Schritt vollziehen können, die CSD Gala erstmals in der ersten Kulturadresse unserer Stadt, der Liederhalle, zu veranstalten." Als Nachfolgerin des CSD Schirmherren aus dem vergangenen Jahr, Andreas Renner, schrieb auch die neue CDU Arbeits- und Sozialministerin des Landes Baden-Württemberg, Dr. Monika Stolz, einige Worte in denen sie zum Schluss kommt, dass der CSD "mittlerweile ein Stück Normalität in unserer weltoffenen, gastfreundlichen Landeshauptstadt" sei. Soweit wollen die CSD Veranstalter – gerade ob der peinlichen Auseinandersetzung rund um Monika Stolz' Vorgänger im politischen Amt - nicht gehen. Weiterhin ist zum Grußwort der baden-württembergischen Ministerin für Arbeit und Soziales folgendes zu bemerken: "Wir freuen uns sehr über die Worte zum CSD Stuttgart, da sie im Kontext der Schirmherrschaft ihres Vorgängers, Andreas Renner (CDU), Kontinuität beweisen", erklärt Christoph Michl, Vorstand des CSD Stuttgart. "Allerdings hatten wir - wie auf unserer Website, im offiziellen Programmheft sowie in diversen Gesprächen angekündigt und wie im letzten Jahr bereits praktiziert - unseren Ministerpräsidenten, Herrn Günther H. Oettinger, um ein Grußwort gebeten. Leider scheint dieser das Thema 'nur' delegiert zu haben. Schade. Für uns als CSD Veranstalter ist wichtig, auf diesen feinen, aber doch wichtigen Sachverhalt hingewiesen zu haben, da uns bereits einige Interessierte nach den Grüßen Herrn Oettingers gefragt haben", äußert sich Christoph Michl mit etwas Verwunderung über das fehlende Grußwort des Ministerpräsidenten. Aber nicht nur politische Würdenträger grüßen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Christopher Street Day (CSD). Auch die ortansässige AIDS-Hilfe reiht sich in die Liste der Schreiber ein: „Der Kampf gegen Ausgrenzung und Intoleranz geht weiter - allerdings nicht nur mit den Mitteln des Protestes. Lasst uns das Leben feiern, Berührungsängste abbauen und Flagge zeigen! Wir werden auch 2006 auf der 7. CSD Parade in Stuttgart und auf der 15. Hocketse der AIDS-Hilfe Stuttgart gemäß unserem Motto lachen, lieben, trauern und kämpfen!“ Dem können sich die CSD Veranstalter nur anschließen. Wichtig ist bei allen schriftlichen Grußworten aber nicht nur das geschriebene Wort, wie Christoph Michl klar stellt: „Wir alle wissen, Papier ist geduldig. Im Rahmen des CSD Stuttgart 2006 wird es vor allem darum gehen, die viel beschworene Toleranz und Akzeptanz in konkreten Taten Wirklichkeit werden zu lassen“, so der Vorstand. „Selbstverständlich werden wir dies bei der politischen Abschlusskundgebung am 19. August auf dem Schlossplatz lautstark einfordern und klare Forderungen präsentieren." Alle Grußworte stehen in voller Länge auf www.csd-stuttgart.de (Politik) zur Einsicht bereit. |
24.07.2006

