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Christopher Street Day
Wieder Kritik an Grußworten

Die Unterstützung der schwul-lesbischen Bewegung von Seiten der Politik ist durch die immer wiederkehrende Hetze manch kirchlicher Vertreter wichtiger denn je – CSD Stuttgart ist froh über die Grüße von Merkel, Stolz und Schuster!

Erneut kritisiert die Kirche den Christopher Street Day (CSD) und die Grußworte zu dieser Veranstaltung. Nach den Querelen und der unwürdigen Kritik am letztjährigen Schirmherrn Andreas Renner (Ex-CDU Arbeits- und Sozialminister) wird von kirchlicher Seite auch 2006 zum Schlag gegen Schwule und Lesben ausgeholt.

Diesmal kritisiert Hartmut Steeb, Generalsekretär der Evangelischen Allianz, die Grußworte der CDU Parteimitglieder Dr. Angela Merkel (Bundeskanzlerin), Dr. Monika Stolz (Arbeits- und Sozialministerin in Baden-Württemberg) und Dr. Wolfgang Schuster (Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart). Alle drei schrieben im Rahmen des Christopher Street Day in Stuttgart, welcher am Wochenende mit der politischen Demonstration durch die Innenstadt seinen Höhepunkt erreichte, jeweils ein Grußwort. Grober Inhalt: Diskriminierung abbauen, Menschenrechte achten und friedlich miteinander leben.

„Dies scheint wohl nicht im Interesse von Hartmut Steeb zu liegen“, so Christoph Michl, Vorstand und Gesamtleiter des CSD Stuttgart. „Schwule und Lesben sind mittlerweile leidgeprüft durch Entgleisungen aus konservativen und kirchlichen Kreisen – hinnehmen werden wir diese aber in keinem Fall.“ Steeb sieht in der Unterstützung der schwul-lesbischen Bewegung eine Bedrohung für unsere Gesellschaft und ist der Meinung „dass diese Art aktiver Unterstützung von Homosexualität und Lesbentum weder für die Zukunft unseres Landes gut ist, noch das Vertrauen in die Politik stärkt.“ Er schreibt der Bundeskanzlerin: „Es wäre fatal, wenn Sie sich der Ideologie dieser Bewegung ergeben würden.“

„Hier von Ideologie zu sprechen ist blanker Unsinn“, so Michl. „Es geht beim CSD mitnichten darum die Bevölkerung zur Homosexualität zu `bekehren´. Wer das glaubt, hängt immer noch den Denkweisen des Mittelalters nach. Wir wollen aber sehr wohl als lesbische Mitbürgerin oder als schwuler Mitbürger gleichberechtigt in dieser Gesellschaft wahrgenommen und akzeptiert werden. Dies scheint aber manchem kirchlichen Vertreter zu weit zu gehen.“

Genau um solch ein verkrampftes und diskriminierendes Verhalten zu bekämpfen gingen am Samstag erneut über 100.000 Menschen auf die Stuttgarter Straßen und demonstrieren Solidarität und Unterstützung für die Rechte der homosexuellen Bevölkerung. „Eine solche Demonstration und ein Kampf gegen Ungerechtigkeit ist weiterhin bitter nötig“, so Christoph Michl. „Das zeigte im letzten Jahr die Hetze gegen Andreas Renner, das zeigt 2006 die erneute Kritik von kirchlicher Seite“.



21.08.2006