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"Die Sekunde dazwischen" von Andreas Sauter
theater rampe, 08.-10. Februar 2007 um 20 Uhr
"Die Augen hin und her, hin und her, das Schnappen des Auslösers und in derselben Sekunde Wasch die Augen ganz starr." Die Sekunde zwischen Leben und Tod, wenn der Nachbar abdrückt, seinen Kaninchen einen gerippten Zylinder ins Genick schiesst; wenn einer, der schon tot ist, einfach weiterläuft; wenn Flugzeuge abstürzen. Gerade jetzt. Die Sekunde dazwischen. "Keine Angst. Es ist nicht so, dass ich die ganze Zeit daran denke an den Tod und das Sterben. Eigentlich gar nicht. Ich hatte bis zum Tod meiner Großmutter auch kaum Erfahrung damit." "Ob sich Himmel und Erde wirklich berühren, wenn man stirbt?" Ein dreißigjähriger Mann begleitet seine Großmutter beim Sterben. Im Nebeneinander von Banalität und Existentialität dieser Erfahrung stellt sich ihm die Frage nach dem Sinn des Lebens. Was ist eigentlich das, was mich berührt? Was bleibt, wenn jemand nicht mehr da ist? Erinnerungen werden frei, Geräusche und Bilder: Fellreste an den Haken beim Schlachten, jemand in Siegerpose, der eigentlich schon tot ist. Vom Sofa aus schaut er zu, wie Flugzeuge abstürzen, Soldaten über den Bildschirm robben, während sich irgendwo Zwergflamingos paaren. Andreas Sauters lakonischer Bühnenerzähler ist ein Schwimmer, der für einen Moment jede Bewegung unterlässt, das Sinken in jedem Detail registriert - bevor er wieder auftaucht und weiteratmet. Regie Andreas Sauter | Dramaturgie Cornelia Sturm | Hilfe Bernhard Studlar | Produktionsleitung Björn Pätz Mit Jörg Petzold Andreas Sauter Geboren 1974 in Zürich. Nach einer Ausbildung zum Grundschullehrer schloss er im Jahre 2002 den Studiengang "Szenisches Schreiben" in Berlin ab. Als freier Autor und Regisseur lebt er in Berlin. Theaterstücke als Einzelautor sowie im Autorenduo Andreas Sauter/Bernhard Studlar. Sauter und Studlar lernen sich während des Studiums in Berlin kennen. Ihr erstes gemeinsam verfasstes Stück A. ist eine andere wird mit dem Kleist-Förderpreis für junge Dramatik 2000 und von der Stiftung Radio Basel zum "Hörspiel des Jahres 2004" ausgezeichnet. 2002 Uraufführung seines Stückes Liza - Am letzten Abend bauchfrei am Schauspiel Nürnberg. All about Mary Long erhält den Preis für eine "Radikalkomödie" vom Staatstheater Kassel und wird 2003 am Theater Rampe in Stuttgart uraufgeführt. Im Auftrag fürs Theater Neumarkt entsteht 2002 Unscheinbare Veränderung. 2003 Uraufführung von Fiege -Ein Stück ohne Geilheit am Theater Bielefeld. Sauters Einzelstück Die Sekunde dazwischen wird 2005 in Osnabrück uraufgeführt. Als letztes Stück entstand wieder in Zusammenarbeit mit Bernhard Studlar Rote Kometen (UA 2005, Bern). Letzte Inszenierung "Gleichzeitig" von Jewgeni Grischkowez mit Bernhard Studlar am Staatstheater Stuttgart (eingeladen zum Tschechov-Festival nach Moskau). |
07.02.2007
