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Stuttgarter Fotograf unterstützt AIDS-Waisen in Uganda
Klaus Mellenthin bei den Sternen des Südens

Teures Trinkwasser, tödliche Krankheiten wie AIDS und fehlende Zukunftsperspektiven bedrohen das Leben vieler Menschen in Uganda. Jedes Jahr sterben Tausende, die Kinder, die zurückbleiben, sind nach dem Tod ihrer Eltern auf sich allein gestellt. In Uganda leben Schätzungen zufolge etwa 2 Mio. AIDS-Waisen.

Im St. Moses Children’s Care Centre nimmt man sich dieser Kinder an. Doch die Mittel der Kindernothilfe, mit denen das Zentrum bisher finanziert wird, laufen kontinuierlich aus. Der Stuttgarter Fotograf Klaus Mellenthin ist daher auf eigene Faust nach Uganda gereist und hat das Schicksal der AIDS-Waisen mit der Kamera dokumentiert. Mit einer Ausstellungsreihe macht er auf das Problem aufmerksam.

Als Klaus Mellenthin Mitte Juli nach Uganda reiste, bot sich ihm in den Dörfern ein erschreckendes Bild: Lehmhütten ohne Wasser und Strom, bedrückende Armut, unterernährte Kinder und von Gelbsucht und AIDS gezeichnete Menschen. "Am meisten hat mich betroffen, dass die Generation der Eltern, also die Altersgruppe der 25- bis 50-jährigen, so gut wie verschwunden ist", berichtet Klaus Mellenthin. "Viele Menschen in Uganda sterben an AIDS, ihre Kinder wachsen dann mit zehn oder zwanzig anderen Kindern in den Lehmhütten von Großeltern, Onkels und Tanten auf." Medizinische Versorgung, ausreichende Ernährung und Schulbildung sind für diese Familien ein Luxus, den sie sich kaum leisten können.

Vergleichsweise gut geht es den Kindern, die im St. Moses Children’s Care Centre leben, einem christlichen Waisenhaus, in dem die Kinder dreimal täglich zu essen bekommen, medizinisch versorgt werden und einen Platz zum schlafen haben – noch! Denn die Kindernothilfe, die das Heim bisher finanziert, wird ihre Unterstützung ab Ende des Jahres auf die Dorfgemeinschaften verlagern. Den Dorfbewohnern werden damit künftig Trainings angeboten, durch die sie lernen sollen wirtschaftlich zu arbeiten. Doch für die Kinder von St. Moses bedeutet der Ausfall der finanziellen Unterstützung gleichzeitig den Verlust von Perspektiven: Sie müssen in ihre Dörfer zurückkehren, in eine Welt voller Krankheit und Elend.

Um zu dokumentieren, welches Schicksal die Waisen erwartet, hat der Stuttgarter Fotograf einige der Kinder mit der Kamera in ihre Heimatdörfer begleitet. "Meine Bilder sollen zeigen, wie unterschiedlich die Lebensqualität im Heim und in den Dörfern ist", erklärt Klaus Mellenthin. "In Deutschland sehen wir ständig Bilder von Armut. Ich habe mich bewusst dazu entschieden, die Stärke der St. Moses Kinder hervorzuheben, um die Augen, die Elendsbilder gewohnt sind, wieder für das zu sensibilisieren, was in Ostafrika Alltag bedeutet." Auf den Bildern wirken die Kinder strahlend, beinahe glamourös, um den Kontrast zur überall anzutreffenden Not noch zu verstärken.

Im St. Moses Children’s Care Centre im ugandischen Njeru leben heute 56 Kinder, in einem angegliederten Hostel sind weitere 25 Kinder untergebracht. Fast alle sind AIDS-Waisen, die nach dem Tod ihrer Eltern mit ihren Geschwistern nach St. Moses gebracht wurden. Im Laufe der Zeit wurden dem Children’s Care Center verschiedene andere Einrichtungen angegliedert: die St. Moses Primary School, das Nile Vocational Institut für handwerkliche Berufe und das Bukaya Health Center. Bis zum endgültigen Ende der Finanzierung durch die Kindernothilfe im Jahr 2010 werden jedes Jahr weniger Kinder unterstützt, einige werden die Schule nicht beenden können, viele werden in fremden Familien untergebracht, die ihren eigenen Lebensunterhalt kaum bestreiten können.

Mit einer Wanderausstellung will Klaus Mellenthin auf die Probleme der St. Moses AIDS-Waisen aufmerksam machen und Spenden für das Projekt sammeln.

Erstmals sind die Bilder im Rahmen des Lehensviertelfestes "Sterne des Südens" am 15. September 2007 bei Siegel Konzeption & Gestaltung, Liststraße 34 in Stuttgart zu sehen.

Sie können die Ausstellung nicht besuchen und wollen aber trotzdem etwas für die Fortführung des Waisenhauses beitragen, dann klicken Sie bitte hier oder informieren sich hier weiter.

Kontakt zu Klaus Mellenthin: info@my-photographer.com



Alle Fotos: Klaus Mellenthin



17.09.2007