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Aus Dinkelacker wird Südtor
Die Bebauung des ehemligen Dinkelacker-Areals rückt näher
Das brachliegende Gelände direkt an der Ausfahrt des Heslacher Tunnels am Marienplatz sieht schon seit einigen Jahren einer neuen Bebauung entgegen und mancher Investor hat sich schon daran versucht. Nun scheint der Münchner Investor, der Bau-Verein zu Hamburg, in langen und zähen Verhandlungen mit der Stadt Stuttgart dem ersten Spatenstich nahe gekommen zu sein. Die aktuelle Planung sieht vor, dass am Marienplatz 77 Wohnungen und 180 Hotelzimmer mit einem Drogeriemarkt, einem Lebensmittelmarkt, einer Gaststätte und rund 4700 Quadratmeter Bürofläche entstehen werden. Das klingt nicht nach einer aufgelockerten Bebauung des Areals. So erinnern die Pläne des Stuttgarter Architekten Stefan Willwersch auch nicht wirklich an ein Südtor, sondern eher an ein Süd-Bollwerk. Dass die verantwortlichen Gremien der Stadt Stuttgart doch diesen Plänen zugestimmt hat, ist wohl der Tatsache zu verdanken, dass steter Tropfen den Stein zermürbt und nicht zuletzt dem Architekt selbst, der es nicht nicht nur versteht, die Pläne und Modelle geschickt darzustellen, sondern sie und sich selbst auch noch bestens verkauft. So hat er die Forderung, den Baukörper zur Kolbstraße hin um ein Stockwerk zu reduzieren, mit einer Zurücksetzung eben dieses Stockwerks beantwortet und alle haben es geschluckt. Auch die Stuttgarter Zeitung glaubte, dass das Gebäude um ein Geschoss reduziert wurde. Dennoch scheint unter den Gegebenheiten, die Bebauung eine recht gute Lösung zu sein. Die 77 Wohnungen werden dringend benötigt und auch das Angebot an zusätzlichen Gewerbeflächen kann dem Umfeld nicht schaden. Das großzügige Angebot des Investors, auch gleich die Grünfläche zwischen Kolb- und Filderstraße neu zu gestalten, ist ebenfalls hochwillkommen. Wollte man auf die Stadt setzen, müsste man auf den nächsten wenn nicht sogar übernächsten Doppelhaushalt warten. Allerdings darf bei aller Großzügigkeit nicht vergessen werden, dass dieser Platz trotzdem ein öffentlicher Platz ist, an dessen Gestaltung die Bürger beteiligt werden sollten. Hier hat sich bislang noch überhaupt nichts getan. Der Stuttgarter Süden wird auch in Zukunft wieder auf Herrn Willwersch stoßen, denn auch das neue Gebäude "Pauline" an der Paulinenbrücke wird wohl nach seinen Plänen gebaut werden. |
03.03.2008
