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Das Glockengeläut der Markuskirche
muss bleiben

Das Glockengeläut der Markuskirche, genauer der Stundenschlag ist in ins Gerede gekommen.

Es war nur eine Frage der Zeit bis sich jemand findet, der das Geläut der Markuskirche als Lärm empfindet und sich darüber beschwert. Nun ist es aber wahrlich nicht so, dass die Glocken der Markuskirche mit ihrem klarem Klang erst neuerdings läuten, sondern es wohl schon die letzten einhundert Jahre so gehalten haben.

Geht doch der Stundenschlag, das regelmäßige Glockengeläut zur vollen Stunde und auch der Viertelstunde auf das Mittelalter zurück. Auch wenn es ursprünglich keinen kirchlichen Hintergrund hatte, hören wir seitdem "was uns die Stunde geschlagen hat" und wird interpretiert, dass "unsere Zeit in Gottes Händen" liegt. Doch nicht nur kirchlich orientierten Menschen ist das Läuten wichtig. Stellt es doch für viele alte oder kranke Menschen eine wichtige Verbindung zur Außenwelt dar und zwar eine ganz weltliche zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Nun gibt es natürlich Menschen, für die das Glockengeläut Lärm darstellt - vergleichbar mit LKW-Lärm, wie für einen Reporter der Stuttgarter Nachrichten. Diesen sei empfohlen, nicht in die Nähe einer Kirche zu ziehen, die die Tradition des Stundenschlags noch pflegt. Es gibt in Stuttgart wahrlich genügend Wohngegenden, wo es leicht möglich ist, statt des Kirchengeläuts den LKW-Lärm zu ertragen. Nur die absolute Stille inmitten einer Großstadt zu finden, wird nicht ganz einfach sein.

Bleibt für die Markuskirche zu hoffen, dass sich in der gestarteten Umfrage genügend Menschen finden, die sich für die alte Tradition des Stundengeläuts aussprechen und dass die Menschen - egal welchen Glaubens, für die das Läuten eine wichtige und angenehme Einrichtung ist, auch die Möglichkeit zur Abstimmung bekommen.
Eine Hörprobe der herrlichen Markuskirchenglocken gibt es hier.




13.10.2008