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Gegen das Vergessen
aktuelle Stolperstein-Verlegungsaktion
Gunter Demnig hat mittlerweile in Deutschland, aber auch im benachbarten Ausland wie Ungarn, Tschechien oder Polen, weit über 18.000 Stolpersteine eigenhändig verlegt, mit denen an Opfer des Nationalsozialismus, an Juden, politisch Andersdenkende, Behinderte, Zeugen Jehova, Homosexuelle und Sinti erinnert wird. Zu den bisher 63 Stolpersteinen in Stuttgart-Süd werden sieben weitere dieser Kleindenkmale bündig in den Gehweg eingelassen: *für Moritz und Elisabeth Lindauer in der Marienstr. 25 (Di 19.5. ca. 10.30 Uhr) * für Bernhard, Rudolf und Klara Muniches (Mi. 20.5. ca. 14.10 Uhr) * für Laura Marcus in der Alexanderstr. 180 (Mi. 20.5. ca. 14.30 Uhr) * für Adolf Rosenfeld in der Alexanderstr. 177 (Mi. 20.5. ca. 14.50 Uhr) Moritz Lindauer hatte mit seinen beiden Brüdern 1910 in Buttenhausen erfolgreich eine Zigarrenfabrik gegründet, seit 1919 gehörte ihnen auch die „Cigarettenfabrik Wallruth Compagnie“ in Stuttgart. Zusammen mit seiner Frau und drei Kindern wohnte er in der Marienstr. 25. 1928 wurden die beiden Firmen aufgelöst. Er widmete sich nun der Aufstellung von Wiege-Waagen, Grundstücksgeschäften und seinen Mietshäusern. Während die beiden Brüder von Moritz Lindauer mit ihren Familien ebenso wie seine drei Kinder noch rechtzeitig nach Amerika auswanderten, fühlte sich Moritz Lindauer als ausgezeichneter Weltkriegsveteran und Kriegsbeschädigter in Deutschland sicher. Als er diesen Irrtum erkannte, war es zu spät. Erst mussten er und seine Frau in ein „Judenhaus“ umziehen, dann wurden sie zwangsweise nach Buttenhausen umgesiedelt. Als sie dort am 14. August 1942 die Anweisung für den Bahntransport in den Osten erhielten, heute wissen wir, dass es die Deportation nach Theresienstadt gewesen wäre, nahmen sich beide mit Tabletten das Leben. www.stolpersteine-stuttgart.de www.stolpersteine.com |
16.05.2009
