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"gaddafi rockt" von Oliver Czeslik
Schläfer-Problematik in der Rampe

"gaddafi rockt" entstand im Jahr 2000, also noch vor dem 11. September 2001.


Vor diesem Hintergrund erscheint es geradezu prophetisch, dass der Berliner Autor Oliver Czeslik schon damals ein Stück über einen zum Islam konvertierten deutschen Attentäter schrieb.

Ein Thema, das real im öffentlichen Bewusstsein Deutschlands dann erst 2007 mit der Festnahme der so genannten Sauerland-Gruppe ankam.

Der konvertierte deutsche Islamist funktioniert, solange er sich nicht durch äußerliche Bekenntnisse wie Bart und Bekleidung verrät, als perfekter Schläfer, als Phantom. Auch deswegen amtiert Gaddafi als Namenspatron des Stücks, weil er zum Symbol für das Phantomhafte des islamistischen Terrorismus wurde, obwohl, oder vielleicht auch gerade weil, er sich nie zu den ihm zur Last gelegten Anschlägen bekannte.

Doch ist „gaddafi rockt“ bewusst ein Gegenentwurf zu den von den Medien repetierten Klischees, und möchte sich im Gegensatz dazu als gesellschaftlichen Diskussionsbeitrag der Kunst zu diesem Thema verstanden wissen.

Dass das nomad theatre ensemble 2007 für „Große Szene am Fluss“ von Tankred Dorst mit dem Stuttgarter Theaterpreis ausgezeichnet wurde, wurde in der Laudatio der Jury ausdrücklich mit dem ernsthaften Bemühen begründet, politische Themen einer intensiven Untersuchung zu unterziehen. Das setzen der Schauspieler Uwe-Peter Spinner, der Regisseur Daniel Klumpp, und der dieses Mal als Dramaturg mitarbeitende Robert Atzlinger mit „gaddafi rockt“ nun fort und hoffen auf ein diskussionsfreudiges Publikum.

Premiere: 09. Juni 2009, 20.30 Uhr im Fundbüro des Theaters Rampe
Weitere Vorstellungen: 10.-13. Juni 2009, 13.-15. Juli 2009, jeweils 20.30 Uhr, im Fundbüro des Theaters Rampe.
Nach jeder Vorstellung Publikumsgespräch.

Theater Rampe
Filderstraße 47
Tel:62009090
Fax: 620090920
www.theaterrampe.de





08.06.2009